Nach der Idee von Song des Tages, ist Film des Tages Fundgrube für Film und Fernsehen. Täglich stellen wir einen Film vor, besprechen eine Folge Fernsehfiktion oder durchwühlen unsere Fundgrube nach längst vergessenen Perlen der Film- und Fernsehgeschichte. Film des Tages sind Ben_ und Christian und Nico.
Der erste Teil ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Das Sequel eine der besten Fortsetzungen. Anders aber gut. French Connection 2 ist großartiger Drogenfilm, Charakterstudie und Protrait des einsamen Wolfs. Der Höhepunkt des Films geht mir auch nach dem x-ten Ansehen ans Mark. Kein angenehmes Unterhaltungskino, aber unvergesslich.
Sofia Coppolas Film fühlen sich an, als hätte ich jahrzehnte darauf warten müssen, als hätten sie mir all die Jahre gefehlt. Und jetzt, endlich sind sie da.
Noch immer der beste P.T. Anderson Film und einer der amerikanischsten Filme überhaupt. Das Genie des Films ist den Film niemals zur einfachen Karikatur seines so offensiven Themas zu machen. Der Film verzichtet auch drauf, die Thematik als einfachen Hintergrund für ein normales Drama zu nutzen. Hier hat man aber auch wirklich ein tolles Ensemble auf die Beine gestellt. Boogie Nights ist auch eine der schönsten Filme über das Medium, wenn auch nur reduziert.
Ein Film über die Entstehung eines Gemäldes in Holland der 1600er und einer Hauptdarstellerin, mit der ich konsequent mal wirklich nichts anfangen kann. Auch hier kommt Johansson niemals über ihre pure Optik hinaus, was dem Film aber wirklich gut tut, denn Girl with a Pearl Earring ist ein reiner rausch für die Augen. Es gibt wenige Filme die schöner fotografiert sind. Die eigentliche Handlung tritt irgendwann in den Hintergrund. Farben werden zum heimlichen Hauptdarsteller des Films. Wunderschönes Kostümfest mit einer wenig fesselnden Handlung.
Gestern beim kurzen Blick in das deutsche TV-Programm, sah ich die zweite Hälfte von Internal Affairs. Der Film ist ein letztes Relikt der 80er, mit einem aufgesetzten 90er Tiefen-Kitsch. Ein Polizei Drama, dass alle Trends der Zeit bedient. Ein völlig an den Haaren herbei gezogenes Skript, lebt von seinen Darstellern, die allerdings von der deutschen Synchro abserviert werden. Ein Trend der 90er war wieder mal das Anti-Type-Casting. Gealterter Schwiegersohn Typen werden zu schmierigen Bösewichten. Selten wurde das so markant umgesetzt wie hier, wo Richard “Buddha” Gere einen polygamen korrupten Straßenpolizisten spielt. Wow, da sind locker zwei Ideen zu viel drin. Der sexuelle Subtext zieht sich unpassend durch den gesamten Film. Internal Affairs ist schönes Zeitgeist Kino im Umbruch der 80er und 90er mit einem schwachen Ende.
Nach dem düsteren Marathon der letzten Tage, wird es Zeit für etwas Leichteres. Fried Green Tomatoes ist ein sehr zu hinterfragender, aber auch unterhaltsamer Film. Frauenfilm trifft auf Biographie Verfilmung in einer sehr netten Film-in-Filmm Metapher. Der Film springt in einem schönen Rhythmus zwischen seinen zwei Erzählebenen. Natürlich läuft das Sentimentale und Vorhersehbare spätestens ab dem zweiten Akt aus jeder Bildzeile, aber die Darsteller und der Wechsel zwischen den Zeiten halten den Film immer am Leben. Kathy Bates ist wie immer großartig. Sollte man gesehen haben-
Ein Film, der David Lynch fast zum Regisseur des Die Rückkehr der Jedi Ritter hat werden lassen. The Elephant Man ist keine leichte Kost für Zwischendurch, sondern ein Film, der einen viel abverlangt. Beide Hauptdarsteller sind grandios, auch wenn Sir Anthony Hopkins es leichter hat und ohne Tonnen von Makeup spielen kann. Das Thema des Films ist zeitlos, das Ende leider zu dramatisch. Bonuspunkte für eine wunderschöne Schwarz-Weiß-Optik.
Ich will noch etwas auf dem aktuellen Robin Williams Trend hier rumreiten und natürlich komme ich da nicht um Good Will Hunting herum. Dieser Film ist eine Anomalie unserer noch halbwegs modernen Filmzeit. Als Blockbuster Kino größer und größer wurde, war es dieser kleine Film, der erfolgreich gegen den Trend gelaufen ist. Good Will Hunting ist eine Variation des Aschenputtel Märchens, die der Trailer recht gut einfängt:
Das Skript ist so einfach wie genial. Der gute alte innere Konflikt wird auf allen Ebenen thematisiert. Er mit ihm, sie mit ihm, er mit sich, er mit ihnen. Das Skript hat den Oscar verdient, weil es sprachlich so wundervoll ist. Good Will Hunting muss man auf englisch gesehen haben. Es ist Straßensprache auf hohem Niveau und das bei allen Ebenen aller Figuren. Mein Highlight des Films ist ein früher Dialog zwischen Stellan Skarsgård und Robin Williams. Beide kämpfen rethorisch mit allen Mitteln, ohne das es künstlich wirkt. Der Kern dieser Szene ist so brilliant. Man weiß sofort wer die Figuren sind und in welche Richtung der Film gehen wird.
Wenn man dem Skript und Film etwas nachtragen muss, dann seine Spezialisierung der Rollen auf die Darsteller, im Fall von Affleck und Damon. Ich glaube Damon’s Rolle wäre besser geworden, wenn er nicht als Schauspieler reingeschrieben worden wäre. Diesen Film werde ich ausführlicher noch im eigenen Blog besprechen, bis dahin bleibt es bei der Ernnenung zum heutigen Film des Tages.
“Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stock von einem Hochhaus fällt. Und während er fällt, wiederholt er, um sich zu beruhigen, immer wieder: ‚Bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut, bis hierher lief’s noch ganz gut…‘. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!”